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02.03.18

Vorerst leider keine Stolpersteine für Rodenbach

Die Fraktion der Rodenbacher Christdemokraten bedauert es sehr, dass die Gemeindevertretung wegen der Mehrheitsfraktion der SPD die Umsetzung von Stolpersteinen in Rodenbach nicht beschlossen hat.

Die 61.000 Messing-Pflastersteine des Künstlers Gunter liegen inzwischen an 1.100 Orten. Sie weisen mit Namen, Geburtsdatum, Deportationsjahr und Angaben zum Schicksal der Juden dort, wo sie lebten, hin. Gerade weil es in Rodenbach immer weniger Zeitzeugen gibt, die erzählen können, welche erschütternden Szenen sich damals abgespielt haben, gerade deshalb hält die aktuelle Fraktion der CDU die Zeit gekommen, den Einzelnen ein Denkmal zu setzen.

Die SPD-Fraktion zeigte sich verwundert über unseren Wunsch, da „die Entscheidungsgremien in enger Abstimmung mit den beiden Kirchengemeinden und dem Geschichtsverein sich doch 2011 darauf geeinigt hätten, keine Opfergruppen und Verfolgten der Nazidiktatur besonders hervorzuheben“. Mit Verlaub, das war 2011! Inzwischen haben die Bürger und Bürgerinnen neu gewählt und die Gemeindevertretung ist neu besetzt. Dafür wählt man ja auch alle fünf Jahre, oder nicht? Leben heißt Veränderung.

Wir halten es nicht für schlimm, einzelne Namen herauszugreifen. Als sich die Gemeindevertretung gegen Stolpersteine in Rodenbach entschieden hatte, jährte sich die Ermordung der Geschwister Scholl zum 75. Mal. Sie stehen mit ihrem Namen für den Mut, sich gegen totalitäre Systeme zu stellen. Wir alle wissen, dass sie nicht die einzigen Widerständler waren, aber ihre Namen stehen dafür. Die Namen der im Krieg gefallenen Rodenbacher, die im Vorraum der evangelischen Kirche aufgelistet sind, geben uns auch immer wieder zu denken und machen den Krieg zu etwas Persönlichem, nur das einzelne Schicksal vor Augen können wir Menschen das ganze Ausmaß erahnen.

Das zweite Argument der Mehrheitsfraktion, war das, das vereinzelt Menschen das Gefühl haben, die Juden noch einmal mit Füßen zu treten, da das Mahnmal auf dem Bürgersteig angebracht ist. Diese Bedenken teilen wir nicht. Die Steine heißen Stolpersteine, damit unser Geist ins Stolpern gerät. Die Namen stehen dort, damit so etwas nicht noch einmal passiert, damit wir es nicht mehr so weit kommenlassen, ein Wohlgefühl sollen sie bei uns nicht auslösen. Den Deportierten ist viel Schlimmeres passiert. Sie sind nicht nur getreten worden, sondern ermordet.

In wie vielen alten Kirchen schlendern wir auch bedenkenlos über Grabplatten und in Hollywood laufen Millionen Menschen über den Walk of Fame. Es sind nur Steine.

Wir finden es schade, dass die Gemeindevertretung noch nicht so weit ist, sich zusätzlich zu unserer wichtigen Tafel an der Mauer, die allgemein auf die Opfer des Naziregimes hinweist, die Einzelschicksale stärker in Erinnerung zu rufen, wie es mit der Stolpersteinaktion eindrucksvoll möglich wäre. Aber auch in Rodenbach kann sich das ja ändern. Vielleicht stellt ja in sieben Jahren wieder eine Fraktion den selben Antrag oder der Wunsch kommt aus der Bevölkerung.

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